Häufig gestellte Fragen

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um den Elektrolyseur und das Thema Windgas.

Was ist ein Elektrolyseur?

Im Elektrolyseur wird mit Hilfe von Strom Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Bei der Wasserelektrolyse unterscheidet man aktuell zwischen drei verschiedenen Technologien: der Protone-Exchange-Membrane-Elektrolyse (PEM), der Alkalischen Elektrolyse und der Hochtemperaturelektrolyse. Die in Haurup eingesetzte PEM-Elektrolyse zeichnet sich insbesondere durch hohe Wirkungsgrade und eine schnelle Reaktionszeit aus.

Der gewonnene Wasserstoff kann entweder ins Gasnetz eingespeist werden und so für eine Rückverstromung in sogenannten Dunkelflauten genutzt werden, zur erneuerbaren Wärmeversorgung bereitstehen oder auch vor Ort in der Wasserstoff-Mobilität oder der Industrie eingesetzt werden.

Die Elektrolyse und der mit ihr erzeugte erneuerbare Wasserstoff trägt folglich dazu bei, unsere Stromversorgung langfristig zu sichern und auch weitere Sektoren zu dekarbonisieren, dort also den CO2-Ausstoß zu senken.

Was ist proWindgas?

proWindgas ist der Gastarif von Green Planet Energy, mit dem Kundinnen und Kunden die Windgas-Technologie (auch Power-to-Gas) fördern. proWindgas-KundInnen bezahlen einen Förderbeitrag pro verbrauchter Kilowattstunde (kWh) Gas, mit dem Green Planet Energy wiederum politische Arbeit zur Verbesserung der Rahmenbedingungen der Windgas-Technologie leistet, neue Elektrolyseure baut sowie neue Energiewende-dienliche Betriebskonzepte entwickelt und erprobt. Der in der Elektrolyse mit überwiegend überschüssigem Windstrom erzeugte Wasserstoff wird dem Gasprodukt der proWindgas-KundInnen beigemischt, sodass deren erneuerbarer Gasanteil mit der Zeit steigen kann.

Was passiert mit dem produzierten Wasserstoff im Windgas Haurup Projekt?

Der produzierte Wasserstoff in Haurup wird in das Erdgasnetz eingespeist. In unmittelbarer Nähe zum Elektrolyseur verläuft die Erdgas-Transportleitung „DEUDAN“. In diese Leitung wird der Wasserstoff eingespeist und vermischt sich darin mit dem Erdgas. Wasserstoff darf hier bis zu einem Anteil von  zwei Prozent beigemischt werden. Das Erdgas-Windgas-Gemisch kann ganz normal verwendet werden. Für Verbraucher ist kein Unterschied spürbar. Trotzdem ist das Windgas wesentlich umweltfreundlicher und hilft dabei, die erneuerbaren Energien besser in unser Stromsystem einzubinden.

Warum ist der Einsatz von Elektrolyseuren wichtig?

Durch den Ausbau erneuerbarer Energien wird der Anteil fluktuierender Energieerzeuger immer größer. Fluktuierend bedeutet hier, dass die Energieerzeugung schwanken kann, denn Wind und Sonne stehen mal mehr und mal weniger zur Verfügung. Dadurch kann es passieren, dass die Erzeugung und der Verbrauch des Stroms nicht zusammenpassen.

Ist das heutzutage der Fall, werden die Erzeuger, also Windkraft- und Solaranlagen runtergeregelt, um Produktion und Verbrauch auszubalancieren. Geschieht dies nicht, kann die Netzfrequenz von 50 Hertz nicht stabil gehalten werden – die Folge können Stromausfälle sein. Ohne den Einsatz flexibel zuschaltbarer Stromverbraucher verlieren wir wertvolle erneuerbare Energie.

Um diese Energie auch langfristig nutzbar zu machen, braucht es kapazitätsstarke Speicher für erneuerbare Energien. Diese Speichertechnologien müssen allerdings entwickelt und getestet werden. Elektrolyse ist eine besonders vielversprechende Technologie, da sie durch die Erzeugung von Wasserstoff nicht nur eine langfristige Speicherung, sondern auch die Sektorenkopplung ermöglicht.

Der Wasserstoff kann zur Wärmeerzeugung, aber auch beispielsweise im Mobilitätssektor genutzt oder er kann als Rohstoff in der Industrie eingesetzt werden. Um in Zukunft eine Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energie zu gewährleisten, müssen wir schon heute die Grundlagen dafür schaffen.

Wer finanziert das Projekt?

Das Projekt Windgas Haurup wird von der Energie des Nordens GmbH & Co. KG getragen. Energie des Nordens ist ein Zusammenschluss aus mehreren Unternehmen, Privatpersonen und der Energiegenossenschaft Green Planet Energy. Unterstützt wird die Energie des Nordens durch das Forschungsprojekt NEW 4.0, da Windgas Haurup als Praxisbeispiel und Pilotprojekt für Flexibilisierung und Sektorenkopplung dient. Die Ergebnisse werden helfen, erneuerbare Energien besser in unser Stromsystem einzubinden und deren Potential effektiver zu nutzen.


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